
Kann Europa seinen Lithiumbedarf bis 2036 selbst decken?
Der Übergang zu Elektrofahrzeugen und die Energiespeicherung durch Batterien lassen die Nachfrage nach Lithium in Europa explodieren. Derzeit ist der Kontinent für diese Ressource fast vollständig von Importen abhängig, während er kaum etwas lokal produziert. Dennoch wurden in mehreren Ländern Vorkommen identifiziert, und etwa zwanzig Bergbauprojekte könnten bis Anfang der 2030er Jahre realisiert werden. Zusammen könnten sie bis zu 395.000 Tonnen Lithium pro Jahr liefern – deutlich mehr als das europäische Ziel von 10 % Eigenversorgung bis 2030.
Elektroautos machen den größten Teil der Nachfrage aus, gefolgt von Lieferwagen, Lastwagen, Bussen und stationären Speichersystemen. Die Batterien von rein elektrischen Fahrzeugen verbrauchen mehr Lithium als die von Plug-in-Hybriden, deren Absatz voraussichtlich mit der Zeit sinken wird. Andere Anwendungen, wie Batterien für tragbare Elektronik oder industrielle Anwendungen, machen ebenfalls fast die Hälfte der Gesamtnachfrage aus – ein Aspekt, der in früheren Analysen oft unterschätzt wurde.
Europa setzt auch auf Recycling, um seine Abhängigkeit zu verringern. Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass das Recycling von Altbatterien nur einen bescheidenen Beitrag zur Eigenversorgung vor 2036 leisten wird. Selbst bei einer perfekten Sammel- und Rückgewinnungsquote werden die Ziele von 6 % recyceltem Lithium in neuen Batterien bis 2031 und 12 % bis 2036 schwer zu erreichen sein. Die Lebensdauer der Batterien spielt dabei eine Schlüsselrolle: Wenn sie, wie aktuelle Daten nahelegen, 15 oder 18 Jahre beträgt, wird das recycelte Lithium nicht früh genug verfügbar sein, um den Bedarf zu decken.
Gleichzeitig könnten europäische Investitionen in Bergbauprojekte im Ausland, insbesondere in Südamerika, Afrika und Ozeanien, eine bedeutende Ergänzung liefern. Diese Projekte, die von europäischen Unternehmen kontrolliert werden, verfügen über eine höhere Produktionskapazität als die lokalen Vorkommen. Ihre Einbeziehung in die Berechnungen verbessert die Versorgungsbilanz Europas erheblich.
Ohne diese externen Beiträge würde die europäische Eigenversorgung 2036 je nach Nachfrage- und Versorgungszenario zwischen 31 % und 78 % liegen. Bis 2030 könnte sie durch eine schnelle Inbetriebnahme der Bergbauprojekte zwischen 43 % und 68 % erreichen. Bei Verzögerungen, insbesondere bei Projekten, die auf Genehmigungen warten, würde dieser Anteil jedoch auf nur 4 % bis 7 % im Jahr 2030 sinken. Verzögerungen bei Genehmigungen und Finanzierungen bleiben daher ein großes Risiko.
Die Substitution von Lithium durch andere Technologien, wie Natrium-Batterien, könnte ebenfalls das Nachfragewachstum begrenzen. Diese Alternativen, obwohl weniger leistungsfähig, benötigen kein Lithium und beginnen, auf dem Markt zu erscheinen. Allerdings wird ihre flächendeckende Einführung Zeit brauchen, und Lithium wird in den kommenden Jahren weiterhin dominieren.
Schließlich könnte der Bergbau in Europa auch die Gewinnung wertvoller Nebenprodukte ermöglichen, wie Bor, Tantal oder Magnesium – Materialien, die ebenfalls als kritisch eingestuft werden. Dies würde einen zusätzlichen Vorteil bieten, um die Versorgung mit strategischen Rohstoffen zu sichern.
Kann Europa seinen Lithiumbedarf bis 2036 selbst decken?
Der Übergang zu Elektrofahrzeugen und die Energiespeicherung durch Batterien lassen die Nachfrage nach Lithium in Europa explodieren. Derzeit ist der Kontinent für diese Ressource fast vollständig von Importen abhängig, während er kaum etwas lokal produziert. Dennoch wurden in mehreren Ländern Vorkommen identifiziert, und etwa zwanzig Bergbauprojekte könnten bis Anfang der 2030er Jahre realisiert werden. Zusammen könnten sie bis zu 395.000 Tonnen Lithium pro Jahr liefern – deutlich mehr als das europäische Ziel von 10 % Eigenversorgung bis 2030.
Elektroautos machen den größten Teil der Nachfrage aus, gefolgt von Lieferwagen, Lastwagen, Bussen und stationären Speichersystemen. Die Batterien von rein elektrischen Fahrzeugen verbrauchen mehr Lithium als die von Plug-in-Hybriden, deren Absatz voraussichtlich mit der Zeit sinken wird. Andere Anwendungen, wie Batterien für tragbare Elektronik oder industrielle Anwendungen, machen ebenfalls fast die Hälfte der Gesamtnachfrage aus – ein Aspekt, der in früheren Analysen oft unterschätzt wurde.
Europa setzt auch auf Recycling, um seine Abhängigkeit zu verringern. Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass das Recycling von Altbatterien nur einen bescheidenen Beitrag zur Eigenversorgung vor 2036 leisten wird. Selbst bei einer perfekten Sammel- und Rückgewinnungsquote werden die Ziele von 6 % recyceltem Lithium in neuen Batterien bis 2031 und 12 % bis 2036 schwer zu erreichen sein. Die Lebensdauer der Batterien spielt dabei eine Schlüsselrolle: Wenn sie, wie aktuelle Daten nahelegen, 15 oder 18 Jahre beträgt, wird das recycelte Lithium nicht früh genug verfügbar sein, um den Bedarf zu decken.
Gleichzeitig könnten europäische Investitionen in Bergbauprojekte im Ausland, insbesondere in Südamerika, Afrika und Ozeanien, eine bedeutende Ergänzung liefern. Diese Projekte, die von europäischen Unternehmen kontrolliert werden, verfügen über eine höhere Produktionskapazität als die lokalen Vorkommen. Ihre Einbeziehung in die Berechnungen verbessert die Versorgungsbilanz Europas erheblich.
Ohne diese externen Beiträge würde die europäische Eigenversorgung 2036 je nach Nachfrage- und Versorgungszenario zwischen 31 % und 78 % liegen. Bis 2030 könnte sie durch eine schnelle Inbetriebnahme der Bergbauprojekte zwischen 43 % und 68 % erreichen. Bei Verzögerungen, insbesondere bei Projekten, die auf Genehmigungen warten, würde dieser Anteil jedoch auf nur 4 % bis 7 % im Jahr 2030 sinken. Verzögerungen bei Genehmigungen und Finanzierungen bleiben daher ein großes Risiko.
Die Substitution von Lithium durch andere Technologien, wie Natrium-Batterien, könnte ebenfalls das Nachfragewachstum begrenzen. Diese Alternativen, obwohl weniger leistungsfähig, benötigen kein Lithium und beginnen, auf dem Markt zu erscheinen. Allerdings wird ihre flächendeckende Einführung Zeit brauchen, und Lithium wird in den kommenden Jahren weiterhin dominieren.
Schließlich könnte der Bergbau in Europa auch die Gewinnung wertvoller Nebenprodukte ermöglichen, wie Bor, Tantal oder Magnesium – Materialien, die ebenfalls als kritisch eingestuft werden. Dies würde einen zusätzlichen Vorteil bieten, um die Versorgung mit strategischen Rohstoffen zu sichern.
Nos références
Travail de référence
DOI : https://doi.org/10.1038/s44296-026-00114-x
Titre : Securing European lithium: assessing future demand, primary supply, trade and the role of recycling
Revue : npj Materials Sustainability
Éditeur : Springer Science and Business Media LLC
Auteurs : André Månberger; Oscar Gustafsson; Björn Nykvist